CRM Systemauswahl | Aller Anfang ist schwer – oder doch nicht?

Ihr sucht einen Anfang in der Auswahl eines geeignetes Systems für Euer Unternehmen und fühlt Euch nach einer ersten Anbieter-Suche im Internet von den zahlreichen Anbietern erschlagen? Ja, wir befinden uns zwar in einem Konsolidierungsmarkt, aber dennoch fällt die Auswahl bei der Fülle Anbietern längst nicht leicht.

Was mir in meiner Praxis immer wieder begegnet, ist die Auswahl eines Systems ohne jeglichen Plan. Da wurde einfach nur von einer Messe oder aus einem Kollegengespräch, von einem Seminar oder sonst woher der Gedanke mitgebracht: Wir brauchen eine CRM Lösung – besser heut´, als morgen.

Und schon wird, wie bei so vielen Softwaresystemen die IT beauftragt, eine geeignete Software zu finden – Fehler Nummer 1!

In der Hilflosigkeit mangels Kenntnis wird hier zunächst mal über eine beliebte Suchmaschine nach dem Thema gesucht und schon beginnt das Chaos. Über 130 Anbieter warten noch immer mit einer Lösung. Nun dann schauen wir mal nach den Datenblättern und suchen mal die Unterschiede – Fehler Nummer 2!

Ein gutes Haus würdet Ihr auch niemals ohne einen Plan errichten, warum also der Versuch, es mit einer Softwareeinführung zu wagen? Die Praxis hat gezeigt, dass die erfolgreiche Einführung herbeigeführt werden kann und auch die Anbieterauswahl leichter fallen kann – wie? Nun, zunächst indem man sich seine heutigen Prozesse in den einzelnen Abteilungen einfach mal verdeutlicht und das Kapital der MitarbeiterInnen nutzt, um hier über die größten sich bietenden Chancen Aufklärung zu finden.

Dazu eignet sich insbesondere die schriftliche Fixierung. Doch wie bei allen im Leben – auch das Gehirn will stimuliert / programmiert werden, kreativ zu denken. Hierzu habe ich einen aus meiner täglichen Praxis angewandten Business-Prozess-Fragenkatalog als Denkanstoß auf meinem Skydrive für Euch hinterlegt. Nutzt diesen gern, um auch Eure Gedanken zu fixieren und Euer Gehirn kreativ arbeiten zu lassen.

Nach Findung zahlreicher Angebote im Internet bedienen sich die meisten einer Einschränkung des umfassenden Angebotes nach Regionalität und versuchen damit das Angebot bereits einzuschränken. Dieser Schritt ist nicht zwingend ein Fehler, doch vielfach werden an die verbleibenden Anbieter Aufforderungen versandt, die Lösung doch einmal umfassender in einer Präsentation dar zu stellen – Fehler Nummer 3!

Ohne einen vorherigen Plan zu haben, ist diese Art der Präsentation so sinnvoll, wie der private Besuch zahlreicher Musterhäuser / deren Anbieter, um eine Entscheidung treffen zu wollen, welches Haus denn nun gebaut werden soll.

Habt Ihr allerdings mit Hilfe des Fragenkataloges ein erstes Anforderungsprofil aus Euren Abteilungen gewonnen, so lässt sich im nächsten Schritt hieraus ein praxisorientiertes Szenario entwickeln. Und mit diesem lässt sich arbeiten.

Nutzt dieses, um das Angebot zunächst weiter einzuschränken und damit auf 2 – 3 Anbieter einzuschränken. Sodann fordert die verbliebenen Anbieter in einem Schreiben auf, dieses praxisorientierte Szenario in Ihrer angebotenen Software dar zu stellen und benennt hierfür einen geeigneten Teilnehmerkreis.

Welche Vorteile bietet diese Herangehensweise?

  1. Eure Gedanken werden zunächst sortiert und Schreiben ist besseres Denken
  2. Ihr erhaltet einen Anforderungskatalog, mit dem sich das Angebot des Marktes weiter einschränken lässt
  3. Mit einer gezielten Vorstellung Eures Szenarios könnt Ihr das System auch tatsächlich auf seine Tauglichkeit hin in Eurem Unternehmen bewerten

Denn mal ehrlich, wer glaubt denn bei einer Vorstellung mehrerer Systeme objektiv eine Beurteilung erbringen zu können. Am Ende des Tages ist vielleicht nicht einmal mehr bekannt, in welchem System sich doch gleich den für einen selbst so interessant aussehenden verbesserten Prozessablauf gesehen zu haben?

Glaubt mir, wenn ich sage: Zahlreiche Firmen scheitern bereits an dieser einfachen ersten Hürde und glauben, mit einer allgemein gefassten ersten Präsentation ein System beurteilen zu können. Ohne sich den tatsächlichen heutigen Abläufen selbst im Klaren zu sein. Aber eine CRM Software soll die Prozesse und die Menschen stützen und nicht Musterprozesse vorgeben, mit denen sich keine Kunden binden lassen, keine Kundenbeziehung verbessern oder ausbauen lässt.

In diesem Sinne – viel Erfolg bei der Einführung 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s